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Die Grenzen des "guten" Geschmacks.

Aktualisiert: 14. Sept. 2023



Content Note: Wann hört "Ästhetik" auf, wie schmal ist der Grat des "Anständigen" und wann wird es "schmuddelig", ab wann sogar "Porno"?


Hierzu möchte ich euch heute ein paar Gedanken aufschreiben👇🏻.


Die Genres sind nicht - nur in der Fotografie - vielfältig. Kunstschaffende gründen ihre Arbeite - zu recht - auf die Freiheit der "Expression". Jenseits aller beeinflussende Störungen und Zurechtweisungen auf der Basis gesellschaftlich-sittlich-moralischer Ansichten.


Wer definiert "gut" und "böse? Während meiner Arbeit als Fotograf, der seit vielen Jahren weibliche (und auch männliche) "Körperlichkeit" bildlich thematisiert, hat der Begriff "Ästhetik" einen sehr festgelegten Stellenwert, der sich im Kontext vieler gleichlautender Gespräche und Einschätzungen im Laufe der Jahrzehnte etabliert hat.


Unterschieden nach Geschlechtern ist die fotografische "Ästhetik" bei Frauen ein deutlich höher bewertete Faktor als bei den männlichen Pendants. Hier liegt die Statistik bei ca. 89 Prozent für eher angedeutete und verdeckte "Verführung", sprich Erotik. Bei Männern liegt die Zustimmung zur verdeckten "Erotik" - wenn es um Bilder der Frau geht - eher im kleinen zweistelligen Prozentbereich.


Die offene Darstellung körperlicher Eigenschaften hingegen - unverdeckt und auch im mehr oder weniger deutlichen sexualisierten Kontext - spricht die "Herren der Schöpfung" mit einer Zustimmung von über 90 Prozent mehr an. Wie angemerkt, dann, wenn es weibliche Bildnisse betrifft. Fragt man jedoch nach der Präferenz bei Fotos, die den eigenen, männlichen Körper (nebst Erotik) abbilden, geht die Zustimmungsrate fast gegen null.


Wer also definiert die Abgrenzung von Ästhetik und schlüpfrigem "Schmuddel". Wieso wird die Abbildung weiblicher Brüste als ästhetisch tolerabel angesehen, Fotos von unverdeckten Schamlippen oder dem männlichen Genital aber meist als "unästhetisch" angesehen. Gleiches gilt im übrigen - weiter gedacht - auch für (angedeutete) direkte und indirekte sexuelle "Handlungen" (wie in meinem Beitragsbild zu sehen).


Die These: Ich denke, die tolerierte Ästhetik-Grenze endet dort, wo die Darstellung von Sexualität beginnt. Viele Menschen empfinden diesen Bereich als äußerst privat und ordnen ihn somit als "schützenswert" ein. Weiterhin spielen natürlich individuelle Befindlichkeiten eines jeden Betrachters hinsichtlich seiner soziokulturellen Prägung (Erziehung, Religion etc.) eine bedeutende Rolle.


In westlichen Kulturen sind die Ansichten zwar (vermeintlich) nuanciert toleranter. Für mein Empfinden als Kunstschaffender aber noch lange nicht so tolerant, wie das oft medial postuliert wird. Siehe die "Zensur", die plattformübergreifend in den Sozialen Kanälen auch heute noch stattfindet. Einschränkend zu meinem Plädoyer für mehr Mut und Offenheit in der Fotografie bleibt für mich der Schutz von Kindern und Jugendlichen selbstverständlich immer das höchste Gut und das oberste Ziel.


Zum Abschluss meines Monologs würde ich nun gerne eure Gedanken und Meinungen hören und lesen. Wo liegt bei euch persönlich die Grenze der "ästhetischen" Darstellung und wie definiert ihr den Begriff? Welche Fotos würdet ihr außerhalb dieser moralischen "Leitplanken" gerne sehen wollen. Überschreitet das oben gezeigte Beispiel schon Grenzen einer "geschmackvollen" Darstellung? Wo und mit welchen Darstellungen bewegt sich der Fotograf noch im "kunstvollen" Bereich und ab welchem Punkt wird ein Foto "schmuddelig"?


P.S. Ich bin übrigen die Meinung, dass sowohl eine Vagina, ein (erigierter) "Schwanz", aber auch explizite sexuelle Handlungen und Situationen sehr viel Raum für ästhetische Darstellungen und Interpretationen lassen.


Bin gespannt auch eure Gedanken und Meinung zum Thema.


Danke fürs Lesen!

642 Ansichten3 Kommentare

3 Comments

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Maik Vinzelberg
Maik Vinzelberg
Oct 23, 2023
Rated 5 out of 5 stars.

Geschmack ist eben auch Geschmacksache und so sieht eben jeder anders

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Rated 5 out of 5 stars.

Hingabe und Stärke, perfekt eingefangen

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thebigjay8
thebigjay8
Sep 14, 2023
Rated 2 out of 5 stars.

Dazu ist es leicht für mich. Es ist das 1. Mal, dass ich nicht mitgehe. Nicht weil das Bild fotografisch nicht perfekt wäre sondern weil ich mit diesen Fetisch-Themen nichts anfangen kann. Keine künstlerische Kritik, nur eine Geschmacksfrage.

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